Um zu verstehen, wie Farben entstehen und welche Bedeutung sie haben, waren wir zu guter Letzt im Auftrag unserer Farbserie in unserem Betrieb auf der Suche nach Farben. Hierbei sind wir auf unseren Ausrüstungsleiter der Färberei Herr Schrauder gestoßen und haben in ihm einen wahren Farbexperten gefunden. Ihm haben wir deshalb u.a. Fragen zu der Farbherstellung und der Farbqualität bei TRIGEMA gestellt. Werfen Sie also einen kleinen Blick hinter die Kulissen unserer betriebseigenen Färberei und lernen Sie dabei, woher die Farben Ihres TRIGEMA-Produkts kommen.

Alles über Farben bei TRIGEMA

Im letzten TRIGEMA-Blog-Beitrag war unter anderem die Rede von den Farbtrends 2016. Wo sehen Sie die aktuellen Farbtrends?
Ich selbst durchstöbere keine Modezeitschriften und informiere mich nicht über aktuelle Modefarben, Kombinationsmöglichkeiten usw. Meine Aufgabe bei dem Entstehungsprozess einer Kollektion ist es, die Farbwünsche unserer Designerin Frau Schwarz möglichst gut zu erfüllen. Das ist auch schon die einzige Schnittstelle, an der mein Beruf auf das Thema „Trendfarben“ trifft.
Was ich jedoch hier in der Produktion erkenne ist, welche Farben der aktuellen Kollektion gerade sehr beliebt sind. Zum Beispiel befinden wir uns jetzt gerade in der ruhigen Zeit, wie ich sie immer bezeichne. In der Zeit von Januar bis März werden in der Regel verstärkt die TRIGEMA-Standardfarben produziert, weil die Nachfrage nach lebhafteren Farben aufgrund des wechselhaften und teilweise tristen Wetters noch nicht so stark ist. Wenn dann die ersten leuchtenden Farben von unserem Chef disponiert, quasi für das Lager „bestellt“, werden, weiß ich, dass es langsam auf den Sommer zugeht. Im Sommer sind Kunden mehr darauf bedacht ihre Kleidung in hellen, aufregenden Farben strahlen zu lassen.

Wie viele Farben haben wir denn in der aktuellen Kollektion?
Jede Menge: Da wären zum Einen die TRIGEMA-Standardfarben, welche immer in jeder Kollektion unverändert auftauchen. Davon gibt es insgesamt 12 Stück. Zu diesen Farben kommen dann immer noch zusätzlich die TRIGEMA-Modefarben, die von Kollektion zu Kollektion wechseln können. Manchmal werden diese auch während einer Kollektion verändert oder sogar aus dem Sortiment genommen. Aktuell haben wir gerade 35 verschiedene TRIGEMA-Modefarben in unserer Kollektion. Zuletzt gibt es dann noch TRIGEMA-CHANGE-Modefarben, die wir für unsere Cradle-to-Cradle-Linie verwenden. Dort sind momentan 11 Farben im Angebot. Außerdem gibt es pro Kollektion meistens noch ein bis zwei Sonderaufträge, für die Farben speziell angefertigt werden. Das bedeutet wir haben am Ende immer ca. 60 verschiedene Farben in einer Kollektion, die produziert und eingefärbt werden müssen.

Farbkarte der aktuellen Frühjahr/Sommer-Kollektion

Farbkarte der aktuellen Frühjahr/Sommer-Kollektion

Wenn Sie neue Farben entwickeln, woher nehmen Sie hierfür Ihre Anregungen?
Wie bereits gesagt, kommt in der Regel unsere Designerin Frau Schwarz mit Farbmustern auf mich zu, die ich dann versuche so gut es geht nachzustellen.
Allerdings schlage ich Frau Schwarz auch manchmal eigene Ideen, die mir beim Experimentieren mit den neuen Farben und den verschiedenen Färbetechniken einfallen, vor. So eröffnen sich für Frau Schwarz wiederum neue Gestaltungswege für Ihre Kollektionen, die sie meistens auch dankbar annimmt.
Unsere aktuellen Melange-Töne in der Kollektion sind beispielsweise aus so einer Idee entstanden: Ich wollte versuchen bei Ware bestehend aus einem Materialmix (50% Baumwolle und 50% Polyester) nur einen Stoff anzufärben und daraus entstand für Frau Schwarz die Möglichkeit unsere TRIGEMA-Standardfarben in Form der Melange-Töne auf ganz neue Weise zu verarbeiten. Auf diese Art bei der Farbgestaltung der Kollektionen mitzuwirken, ist nur bei einer Eigenentwicklung von Farbtönen, so wie wir sie hier haben, möglich. Firmen, die Farben für fremde Textilunternehmen herstellen sind da fest an die Vorgaben der Kunden gebunden.

Wenn Sie diese Farbmuster erhalten, wie setzten Sie diese Anregungen dann in die Realität um?
Ich habe hier ein Farbmessgerät, mit dem ich die Möglichkeit habe, die Farbmuster genauestens auszumessen. Daraufhin bietet mir der PC verschiedene Vorschläge, mit welchen Farbstoffen und mit welcher Zusammensetzung der Farbton hergestellt werden kann.
Aber am meisten profitiere ich immer von meiner Erfahrung: Ich überlege zuerst eigentlich immer, ob wir einen ähnlichen Farbton schon einmal benötigt hatten und wie ich deren Rezeptur dann so verändern kann damit ich zu dem neuen Ton gelange. Dafür habe ich hier ein kleines „Mini-Labor“. Mit dem Laborfoulard habe ich die Möglichkeit die Rezepturen an kleinen Mustern zu testen.

Eine Färbeanlage im Einsatz

Eine Färbeanlage im Einsatz

Bei der Entwicklung von neuen Farben haben Sie doch bestimmt einiges zu beachten oder?
Ja, auf jeden Fall. Europäischen Farbherstellern ist es beispielsweise nur gestattet, ausschließlich mit REACH-zertifizierten Farbstoffen zu arbeiten. Die REACH-Verordnung gilt als eines der strengsten Chemikaliengesetze der Welt. Das ist auch gut so, denn durch ihre Zertifizierung wird ein hohes Schutzniveau für Mensch und Umwelt im Umgang mit Chemikalien sichergestellt. Leider hat es aber im Laufe der Jahre dazu geführt, dass viele Farbhersteller ihre Produktion hauptsächlich nach Asien verlegt haben, da dort die Richtlinien nicht so streng sind und die Produktion somit billiger wird.
Dass die Inhaltsstoffe unserer Farbe nicht gegen die REACH-Verordnungen verstoßen, ist außerdem ein wichtiger Bestandteil der ÖkoTex Standard 100 – Zertifizierung. Alle unsere Produkte kommen den Anforderungen dieser Zertifizierung nach, da diese dem Kunden gesundheitlich unbedenkliche Textilien garantieren.

Außerdem Interessantes über TRIGEMA-Produkte

Wofür steht für Sie die TRIGEMA-Qualität „Made in Germany“?
Ich gehöre gern zu unserer Betriebsfamilie und mag meine Tätigkeit im Betrieb, weil bei TRIGEMA die Soziale Verantwortung, Qualität und Nachhaltigkeit an oberster Stelle steht. Ich finde, all das sagt unser Siegel „Made in Germany“ aus.
Vergleichsweise arbeiten wir hier in der Färberei größtenteils (ca. 60%) mit dem Klotz-Kaltverweil-Verfahren (KKV). Dieses Verfahren ist ökonomisch gesehen im Vorteil gegenüber anderen Verfahren: Es entsteht ein geringerer Farb- und Wasserverbrauch und vor allem entsteht keine Salzbelastung, was wiederum sehr gut für unsere Umwelt ist. Mit diesem Verfahren stelle ich bis zu 4 Tonnen Stoff in einer Schicht von 12 Stunden her. Dieser Stoff wird dann immer einer Qualitätskontrolle unterzogen, um sicherzustellen, dass später die T-Shirts keine Farbe beim Waschen verlieren. Und trotz alle dem wird nebenher stets darauf geachtet, ob wir unsere Färbeverfahren optimieren können.
Aus all diesen Gründen stehe ich auch mit meinem Wort dafür ein und sage, dass TRIGEMA-Produkte von der Herstellungsweise und auch Gesundheitlich bedenkenlos gekauft werden können!

Unser Farbexperte Herr Schrauder

Unser Farbexperte Herr Schrauder

Haben Sie für unsere Leser noch einen Insider-Tipp, woran man beim Kauf von Textilien eine gute Farbqualität erkennt?
Leider gibt es keinen besonderen „Schnell-Fühl-Test“, mit dem man die Textilwaren im Laden unterzieht. Mein Tipp an alle: Setzten Sie in diesem Fall wirklich auf die bereits angesprochenen Zertifikate. Wir haben uns für das ÖkoTex 100 Standard – Zertifikat u.a. entschieden, weil dies das älteste und somit das aussagekräftigste Siegel unter den Zertifikaten ist.

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