Wolfgang Grupp

Statement über seine Heimat und den Standort Deutschland

 

Wieso setzten Sie auf den Standort Deutschland?

Wolfgang Grupp: Hier befindet sich meine Heimat, hier bin ich geboren und aufgewachsen. In Burladingen lebe ich mit meiner Familie, sowie mit meiner Betriebsfamilie zusammen. Das bedeutet ich trage die Verantwortung für mein Unternehmen und die Verantwortung für meine Mitarbeiter, in guten wie in schlechten Zeiten.
Daher ist es für mich keine Frage von besonderer Moral, gerechte Löhne zu zahlen und gute Arbeitsbedingungen zu garantieren. Fairness, Gerechtigkeit und Menschlichkeit sind die Grundpfeiler unserer Gesellschaft und diese sollten auch in jedem Unternehmen gewahrt werden.

„Ich betrachtet es als meine erste Pflicht meine Mitmenschen in den Arbeitsprozess miteinzubeziehen und die Arbeitsplätze auch in Zukunft zu sichern.“

 

Wie schaffen Sie es den Standort zu halten?

Wolfgang Grupp: Deutschland ist ein Hochlohnland. Unsere Aufgabe ist es entsprechend der hohen Kosten auch Produkte herzustellen, die die Welt benötigt. Die Wertigkeit des Produkts muss stetig verbessert werden, nicht die Stückzahl. Von gut ausgebildeten Mitarbeitern müssen innovative Produkte hergestellt werden, wozu andere Billigproduzenten nicht in der Lage sind. Deshalb ist die Diskussion über einen Mindestlohn bei TRIGEMA überflüssig, denn jeder TRIGEMA Mitarbeiter der voll arbeitet, muss auch davon leben können.

Change

 

In der Textilindustrie herrscht ein harter Preiskampf. Das war eine verlustreiche Zeit für den Standort Deutschland und für die gesamte deutsche Textilindustrie. Die Auslagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer war die Folge. Dieser Trend muss gestoppt werden und die Unternehmer müssen wieder Verantwortung für ihre Mitarbeiter sowie für ihre Heimat Deutschland übernehmen

 

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Das beste Gefühl für mich ist es gebraucht zu werden. Ich bin ein Unternehmer aus vollem Herzen. Gebraucht zu werden ist für mich wichtiger als reich zu sein.“

Aus diesem Grund ist mir die Nähe zu meinen Mitarbeitern sehr wichtig. Die Gespräche mit meinen Mitarbeitern schaffen Vertrauen und Wertschätzung zugleich. Das fördert wiederum das Arbeitsklima und erhöht die Produktivität. Dabei kann ich von meinen Mitarbeitern nur das verlangen, was ich selber vorlebe. Aus diesem Grund versuche ich stets ein Vorbild zu sein um meine Werte glaubhaft an meine Mitarbeiter weitergeben zu können.

 

Wieso halten Sie am Standort Deutschland fest?

Wolfgang Grupp: Als heimischer Unternehmer ist es die erste Pflicht meine Aufgabe hier zu erledigen und zu erfüllen. Die Verpflichtung gegenüber meiner Mitmenschen steht für mich an erster Stelle. Ebenso trage ich eine große Verantwortung für meine Mitarbeiter, denn diese haben die Firma über die Jahre immer größer und erfolgreicher gemacht.
Diese Mitarbeiter sind zum Teil in der 3. Generation bei TRIGEMA beschäftigt und das macht mich sehr stolz.

Familie Bruno, die zusammenaddiert seit 153 Jahren mit ihrem Fleiß und Engagement dem Unternehmen die Treue hält.

Familie Bruno, die zusammenaddiert seit 153 Jahren mit ihrem Fleiß und Engagement dem Unternehmen die Treue hält.

 

Aus diesem Grund garantiere ich den Kindern meiner 1200 TRIGEMA-Mitarbeiter nach ihrem Schulabschluss einen Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz bei TRIGEMA. Seit 1969 gibt es im Unternehmen weder Kurzarbeit noch betriebsbedingte Entlassungen. Daher gibt es für mich keinen Grund ins Ausland zu gehen. Viele Textilunternehmer die ihre Produktion ausgelagert haben sind dadurch ärmer geworden und viele legten sogar eine Pleite hin.
Made in Germany ist immer noch ein Wort das in der Welt an Erkennung und Aufmerksamkeit findet. Dieses Qualitätsmerkmal ist wichtig für Deutschland und muss unbedingt bewahrt werden.

 

Sie kritisieren immer wieder die unzureichende Haftung von Unternehmern?

Wolfgang Grupp: Ich vertrete die Meinung der persönlichen Haftung. Die Unternehmer müssen wieder mehr für ihre Taten in Verantwortung gezogen werden können. Auch hier übernehme ich die Vorbildfunktion um mit gutem Beispiel voran zu gehen um ein Zeichen für die private Haftung zu setzten. Auch für andere Unternehmen fordere ich die persönliche Haftung. Unternehmer müssen für ihre Fehler mit dem Geschäfts- als auch mit dem Privatvermögen in Haftung gezogen werden.
„Wer eine Pleite hinlegt und danach noch Millionär bleibt ist für mich kein Unternehmer, sondern ein Ausbeuter.“

 

Ehrlichkeit, Vertrauen, Gemeinsamkeit – Werte, die eine Familie zu dem machen, was sie ist. Auch die TRIGEMA Betriebsfamilie setzt auf ein gemeinsames Miteinander, das sich von Generation zu Generation nicht verliert, sondern im Gegenteil immer stärker entfaltet.

 

 

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